METALNEWS.DE (DE)
Mann, es gibt Platten die es einem Redakteur echt ziemlich schwer machen. Daher auch erstmal ein wenig Hintergrundwissen: ETERNAL DEFORMITY haben sich 1993 als Doom Metal Band gegründet, veröffentlichten dann ein Jahr später das Debüt "Forgotten Distant Time" und bis 2002 dann zwei Nachfolger. Seitdem ist es ziemlich still um die fünf Polen geworden, weswegen es umso weniger wundert, dass sich offensichtlich ne ganze Menge getan hat. Denn das ist auch der Grund warum ETERNAL DEFORMITY mittlerweile so ein Redakteursschreck geworden sind: Um "Frozen Circus" genretechnisch passend einzuordnen, müsste man mindestens fünf Schubladen öffnen.Und das ist leider nicht das Gewäsch eines übereifrigen Promoschreibens, sondern tatsächlich eigene Erfahrung nach etlichen Durchläufen der CD. Zum einen wäre da nämlich der Gothic, der nicht nur im düsteren Intro oder den zahlreichen grotesken Zirkusmelodien im 3/4 Takt ausgedrückt wird, sondern generell einen großen Einfluss auf die Musik hat und pseudobarock "Little 15" zu einem der besten Songs der Platte macht. Wer sich jedoch den ersten richtigen Song "The Force Of Your Heart" anhört, könnte genauso gut mit melodischen Death Metal osteuropäischer Prägung rechnen, der später auch noch in einigen wenigen anderen Nummern etwas Härte in die Sache bringt. Und weil ne Band nach 15 jährigem Bestehen schon ziemlich viel ausgereizt hat, bringen etliche ungerade Takte und rhythmisch seltsame Riffs auch einen nicht zu ignorierenden Progressiveanteil in den gefrorenen Zirkus, insbesondere wenn eine Nummer wie "Endless Night" auch problemlos auf einem früheren THRESHOLD-Album hätte stehen können. Ganz anders wird es dann nochmal in der abschließenden Übernummer "Lovelorn", die anfangs in einer genialen Violinen-Piano-Kombination an REGICIDE erinnert, gegen Refrain hin aber einfach nur zu einem episch hymnenhaften Metalsong wird. Bei all dem drückt die Produktion richtig auf die Zwölf und Sänger "Announcer" kann beim Durchgehen etlicher verschiedener Gesangsvariationen jede Menge Charisma entfalten.
Woran es im Endeffekt mangelt sind die absoluten Übersongs, sowie die eine oder andere Wahnsinnsmelodie, die aus einer überdurchschnittlichen Platte einen Geniestreich macht. ETERNAL DEFORMITY haben zwar ein echt cleveres Genregemisch gebastelt, es aber dafür ein wenig an der Euphorie missen lassen. Dennoch macht "Frozen Circus" ne Menge Spaß und bietet viel zum Entdecken, weswegen es Fans atmosphärischer Düster-Mucke auf jeden Fall zum Reinhören verleiten könnte.











